Mauritius ist eine Vulkaninsel im Indischen Ozean, östlich von Madagaskar und rund 2.000 km vor der Südostküste Afrikas. Bekannt ist sie für ihre Lagunen und weißen Strände, sie hat aber viel mehr zu bieten: bewaldete Berge, eine faszinierende Mischung von Kulturen und eine der besten Küchen der Region. Auf dieser Seite finden Sie das Wichtigste, bevor Sie Ihre Reise planen.
Mauritius auf einen Blick
| Hauptstadt | Port Louis |
| Größe | Die Hauptinsel ist etwa 65 km lang und 45 km breit (rund 1.865 km²). Die gesamte Republik mit Rodrigues und den äußeren Inseln umfasst etwa 2.040 km². |
| Einwohner | rund 1,24 Millionen (Volkszählung 2022) |
| Sprachen | Mauritisches Kreolisch sprechen neun von zehn Menschen zu Hause. Englisch ist die Sprache der Verwaltung, Französisch ist in Medien und Wirtschaft verbreitet. Die meisten Mauritier wechseln mühelos zwischen allen dreien. |
| Währung | Mauritius-Rupie (MUR, Rs) |
| Zeitzone | UTC+4 ohne Sommerzeit, gegenüber Deutschland, Österreich und der Schweiz +3 Stunden im Winter und +2 Stunden im Sommer |
| Verkehr | Linksverkehr |
| Unabhängigkeit | 12. März 1968 (Republik seit 12. März 1992) |
Kurze Geschichte
Mauritius hatte keine Urbevölkerung. Arabische und portugiesische Seefahrer kannten die Insel, doch als Erste versuchten die Niederländer, sie zu besiedeln. Sie landeten 1598, benannten die Insel nach Prinz Moritz von Oranien (Maurits van Nassau) und gaben sie 1710 wieder auf. In dieser Zeit wurde der Dodo, der nur auf Mauritius lebte, gejagt und ausgerottet.
1715 übernahmen die Franzosen die Insel und nannten sie Isle de France. Sie gründeten Port Louis und bauten Zuckerplantagen auf, auf denen versklavte Menschen vor allem aus Madagaskar und vom afrikanischen Festland arbeiten mussten. 1810 eroberten die Briten die Insel. 1835 wurde die Sklaverei abgeschafft, und in den folgenden Jahrzehnten kamen Hunderttausende Vertragsarbeiter, die meisten aus Indien, für die Zuckerplantagen. 1968 wurde Mauritius unabhängig.
Zwei UNESCO-Welterbestätten erzählen diese Geschichte: Aapravasi Ghat in Port Louis, das Einwanderungsdepot, in dem die Vertragsarbeiter ankamen, und die Kulturlandschaft Le Morne, der Berg, auf dem entflohene Versklavte Zuflucht suchten.
Menschen, Sprachen und Religion
Die heutigen Mauritier haben indische, afrikanische, madagassische, chinesische und europäische Vorfahren, und diese Mischung prägt alles, vom Essen bis zum Kalender der Feiertage. Laut der Volkszählung 2022 ist knapp die Hälfte der Bevölkerung hinduistisch, etwa ein Drittel christlich (überwiegend katholisch) und rund 18 % muslimisch, dazu kommen kleinere buddhistische und andere Gemeinschaften.
Im Alltag hören Sie fast überall Kreolisch. Schilder, Speisekarten und amtliche Dokumente sind meist auf Englisch oder Französisch, und das Personal in Hotels und Restaurants spricht in der Regel beides. Verständigen können Sie sich also leicht.
Feste
Viele religiöse Feste sind gesetzliche Feiertage und sehenswert:
- Thaipoosam Cavadee (Januar oder Februar): ein tamilisches Fest mit Prozessionen von Gläubigen, die geschmückte Cavadees tragen.
- Chinesisches Frühlingsfest (Januar oder Februar): Löwentänze und Böller, vor allem in der Chinatown von Port Louis.
- Maha Shivaratri (Februar oder März): Hunderttausende hinduistische Pilger wandern zum heiligen See Grand Bassin.
- Divali (Oktober oder November): das Lichterfest, an dem Häuser mit Öllampen und Lichterketten geschmückt werden.
- Eid al-Fitr: das Ende des Ramadan, das Datum verschiebt sich jedes Jahr.
- Tag der Abschaffung der Sklaverei (1. Februar) und Nationalfeiertag (12. März).
Klima und beste Reisezeit
Mauritius hat ein warmes tropisches Klima mit zwei Jahreszeiten:
- Sommer (November bis April): heiß und feucht, an der Küste meist 25 bis 31 °C und das wärmste Meer des Jahres. Es ist auch die Regenzeit, vor allem zwischen Januar und März sind Zyklone möglich.
- Winter (Mai bis Oktober): trockener und kühler, an der Küste meist 18 bis 25 °C. An der Ost- und Südküste weht der Passat kräftig, Westen und Norden bleiben ruhiger und sonniger.
Das Zentralplateau um Curepipe ist das ganze Jahr spürbar kühler und regenreicher als die Küste. Für die meisten Besucher bieten Mai bis Juni und September bis Dezember die beste Mischung aus Sonne, angenehmen Temperaturen und wenig Regen. Mehr dazu in unserem Wetter-Ratgeber Monat für Monat.
Natur und Tierwelt
Mauritius hat einen großen Teil seines ursprünglichen Waldes an Zuckerrohr und Besiedlung verloren, doch was übrig ist, steht unter Schutz und ist faszinierend. Der Nationalpark Black River Gorges im Südwesten umfasst mehr als 6.500 Hektar Wald, Schluchten und Wasserfälle und ist der beste Ort zum Wandern und für Vogelbeobachtung.
Die Insel ist auch für ihren Artenschutz bekannt. 1974 gab es in freier Wildbahn nur noch vier bekannte Mauritiusfalken, damit war er einer der seltensten Vögel der Welt. Von der Rosentaube waren 1990 nur noch rund zehn Tiere übrig. Dank jahrzehntelanger Arbeit der Mauritian Wildlife Foundation und der Nationalparkverwaltung zählen beide Arten heute mehrere Hundert Tiere. Artenschutz in der Praxis erleben Sie auf der Île aux Aigrettes, einem kleinen Naturreservat vor der Südostküste mit Riesenschildkröten und seltenen endemischen Pflanzen.
Unter Wasser ist die Insel von einem Korallenriff umgeben, hinter dem ruhige, flache Lagunen liegen, ideal zum Schnorcheln, besonders im geschützten Meerespark Blue Bay.
Aktivitäten
- Strände und Lagunen: baden, schnorcheln oder einfach entspannen an Stränden wie Trou aux Biches, Belle Mare, Flic en Flac und Le Morne. Siehe unseren Ratgeber zu den schönsten Stränden auf Mauritius.
- Bootsausflüge: Katamarantage zur Île aux Cerfs im Osten oder zu den Inseln im Norden und Delfintouren vor der Westküste.
- Wandern: Le Pouce, Black River Peak und Le Morne Brabant bieten großartige Ausblicke. Siehe Berge auf Mauritius.
- Der Südwesten: die Siebenfarbige Erde von Chamarel, der Wasserfall von Chamarel und die optische Täuschung des Unterwasser-Wasserfalls vor Le Morne.
- Port Louis: Zentralmarkt, Aapravasi Ghat, Chinatown und Caudan Waterfront.
- Grand Bassin (Ganga Talao): ein Kratersee und die wichtigste hinduistische Pilgerstätte der Insel.
- Golf: Mauritius hat eine Reihe von Meisterschaftsplätzen. Siehe Golf auf Mauritius.
Essen
Die mauritische Küche verbindet indische, kreolische, chinesische und französische Einflüsse und ist ein Höhepunkt jeder Reise. Lassen Sie sich Dholl Puri nicht entgehen, dünne Fladenbrote mit einer Füllung aus gemahlenen Spalterbsen, serviert mit Curry und Chutney, das beliebteste Streetfood der Insel. Weitere Klassiker sind Gateaux Piments (Chilikrapfen), Boulettes (chinesische Teigtaschen in Brühe), Mine Frite (gebratene Nudeln), Fisch- oder Oktopus-Vindaye und Rougaille, eine würzige Tomatensoße mit Fisch, Würstchen oder Hähnchen. Streetfood ist günstig, und dort zu essen, wo Einheimische essen, ist eine der besten Arten, die Insel kennenzulernen. Mehr in unserem Ratgeber zur mauritischen Küche.
Unterwegs auf der Insel
- Mietwagen: die flexibelste Art, die Insel zu erkunden. Die Straßen sind meist gut, rund um Port Louis kann es in der Rushhour aber sehr voll werden. Denken Sie an den Linksverkehr.
- Taxis und private Fahrer: leicht über das Hotel zu organisieren. Vereinbaren Sie den Preis vor der Abfahrt.
- Busse: günstig und fast überall unterwegs, aber langsam, und abends fahren sie seltener.
- Metro Express: eine moderne Stadtbahn, die Port Louis mit Rose-Hill, Quatre Bornes, Vacoas und Curepipe verbindet. Praktisch für die Städte im Landesinneren, zu den Stränden fährt sie aber nicht.
Siehe auch unsere Ratgeber zum Mietwagen und zum Flughafentransfer.
Praktische Tipps
- Einreise: Bürger der EU, der Schweiz und vieler anderer Länder können ohne Visum bis zu 90 Tage bleiben. Der Reisepass sollte noch mindestens sechs Monate gültig sein, und Sie können nach Rückflugticket und Unterkunftsnachweis gefragt werden. Außerdem muss jeder Reisende vor dem Abflug online das kostenlose All-in-One Travel Form auf dem offiziellen Portal Safe Mauritius ausfüllen. Die Regeln ändern sich, prüfen Sie daher vor der Reise die aktuellen Bestimmungen.
- Geld: In Hotels, Einkaufszentren und größeren Restaurants wird Karte akzeptiert, für Märkte, Streetfood und kleine Läden brauchen Sie aber Rupien. Geldautomaten gibt es in den Städten reichlich.
- Sonne: Der UV-Index ist das ganze Jahr sehr hoch, auch bei Bewölkung. Verwenden Sie Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor, wenn möglich riffschonend.
- Baden: Bleiben Sie innerhalb der Lagune, beachten Sie die Warnflaggen und schwimmen Sie nicht in der Nähe der Durchlässe im Riff, wo starke Strömungen herrschen können. Tragen Sie Badeschuhe wegen Seeigeln und Steinfischen.
- Tempel und Moscheen: Kleiden Sie sich dezent, ziehen Sie die Schuhe aus und fragen Sie, bevor Sie Menschen fotografieren.
