Für eine so kleine Insel hat Mauritius erstaunlich viele Berge. Sie sind die Reste uralter Vulkane, von der Erosion zu schroffen Graten und Felsnadeln geformt, und nie weit vom Meer entfernt. Keiner von ihnen ist besonders hoch, aber einige eignen sich hervorragend für Halbtageswanderungen mit Blick über die ganze Insel.
Hier sind die vier Gipfel, nach denen Besucher am häufigsten fragen: die drei höchsten und dazu Le Morne Brabant, der bekannteste von allen.
Die wichtigsten Berge im Überblick
| Berg | Höhe | Region | Wanderung |
|---|---|---|---|
| Black River Peak (Piton de la Petite Rivière Noire) | 828 m | Südwesten, Black River Gorges | leicht bis mittel, etwa 2 bis 3 Stunden hin und zurück |
| Pieter Both | 820 m | Moka-Gebirge bei Port Louis | schwierig, technische Kletterei mit Guide |
| Le Pouce | 812 m | Moka-Gebirge bei Port Louis | mittel, etwa 2 bis 3 Stunden hin und zurück |
| Le Morne Brabant | 556 m | Südwestspitze der Insel | mittel, steiles Schlussstück, etwa 3 bis 4 Stunden hin und zurück |
Black River Peak (828 m)
Der Piton de la Petite Rivière Noire, auf Englisch meist Black River Peak genannt, ist der höchste Punkt von Mauritius. Er erhebt sich über dem Nationalpark Black River Gorges im Südwesten, und vom Gipfel sehen Sie Le Morne, die Lagunen der Westküste und einen großen Teil des Zentralplateaus.
Weil der übliche Weg hoch oben an der Straße über die Plaine Champagne beginnt, ist er der leichteste der großen Gipfel. Sie wandern gleichmäßig durch Wald und über einen Grat, kurz vor dem Gipfel wird es steiler und felsiger. Die meisten brauchen zwei bis drei Stunden hin und zurück. Nach Regen kann der Pfad rutschig sein, warten Sie dann lieber ein, zwei Tage. Wandern im Nationalpark ist kostenlos.
Pieter Both (820 m)
Pieter Both ist der zweithöchste Berg der Insel und der unverwechselbarste: eine schmale Felsnadel, auf der ein großer Felsbrocken balanciert, gut sichtbar von Port Louis und der Gegend um Moka. Benannt ist er nach Pieter Both, dem ersten Generalgouverneur von Niederländisch-Ostindien, der 1615 ertrank, als seine Flotte in einem Zyklon vor Mauritius Schiffbruch erlitt.
Das ist keine Wanderung. Der letzte Abschnitt zum Gipfel ist echte Kletterei, und auf den Felsbrocken selbst kommen Sie nur mit Seil und Klettererfahrung. Versuchen Sie es ausschließlich mit einem erfahrenen einheimischen Guide, der die Ausrüstung stellt. Der übliche Zustieg beginnt beim Dorf La Laura im Bezirk Moka.
Le Pouce (812 m)
Le Pouce, „der Daumen“, verdankt seinen Namen dem daumenförmigen Felsen auf dem Gipfel. Er ist der dritthöchste Berg von Mauritius und wohl die lohnendste erste Wanderung auf der Insel. Schon Charles Darwin stieg 1836 während der Reise der Beagle hinauf.
Die beliebteste Route beginnt auf der Seite von Moka und dauert etwa zwei bis drei Stunden hin und zurück. Der größte Teil ist ein einfacher Pfad durch Wald und Grasland, das letzte Stück zum Gipfel ist aber steil und verlangt etwas Kraxelei. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie nicht schwindelfrei sind oder es nass ist. Oben blicken Sie direkt hinunter auf Port Louis und hinüber zum Pieter Both.
Le Morne Brabant (556 m)
Le Morne Brabant gehört nicht zu den höchsten Bergen, ist aber der berühmteste. Der Basaltblock an der Südwestspitze der Insel ist seit 2008 UNESCO-Welterbe. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert versteckten sich entflohene Versklavte, die sogenannten Maroons, in seinen Höhlen und an seinen Felswänden.
Nach mündlicher Überlieferung stürzte sich eine Gruppe von Maroons lieber von den Klippen, als sich wieder einfangen zu lassen, ohne zu wissen, dass die Soldaten gekommen waren, um ihnen das Ende der Sklaverei zu verkünden. Wie auch immer es genau war: Der Berg ist zu einem starken Symbol für Widerstand und Freiheit geworden. An seinem Fuß steht das Denkmal der Internationalen Sklavenroute, und jedes Jahr am 1. Februar, einem Feiertag auf Mauritius, wird hier der Abschaffung der Sklaverei gedacht.
Die Wanderung ist hin und zurück etwa 7 km lang, mit rund 500 Höhenmetern, und dauert drei bis vier Stunden. Der untere Teil folgt einem deutlichen Pfad, der letzte Abschnitt ist eine steile Kraxelei über Fels. Die Regeln für den Zugang zum Gipfel haben sich im Lauf der Jahre geändert, informieren Sie sich daher vor Ort über die aktuelle Lage. Die meisten Besucher gehen mit Guide, und nach starkem Regen sollten Sie den oberen Teil meiden. Der Blick über die Lagune gehört zu den schönsten der Insel.
Weitere Berge, die man kennen sollte
- Lion Mountain (Montagne du Lion): bei Mahébourg im Südosten, benannt nach seiner Ähnlichkeit mit einem liegenden Löwen. Die Gratwanderung bietet herrliche Ausblicke über die Bucht von Grand Port und die Lagune im Südosten.
- Corps de Garde: ein markanter Grat über Quatre Bornes und Rose-Hill mit weitem Blick auf die Westküste.
- Trois Mamelles: die drei Felsgipfel, die das Landesinnere hinter Tamarin und der Westküste prägen.
Beste Zeit
Die besten Monate zum Wandern sind Mai bis November. Es ist kühler und trockener, und die Gipfel liegen seltener in den Wolken. Von Dezember bis April ist es heiß und feucht, nachmittags gibt es oft heftige Schauer, und vor allem zwischen Januar und März können Zyklone tagelang Sturm und Regen bringen.
Starten Sie in jeder Jahreszeit früh. Morgens ist es kühler und klarer, und gegen Mittag ziehen über den Bergen oft Wolken auf.
Was Sie mitnehmen sollten
- Schuhe mit gutem Profil. Die Wege sind oft steinig, voller Wurzeln und nach Regen rutschig.
- Mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser pro Person. Unterwegs gibt es kein Wasser.
- Sonnencreme, Hut und Sonnenbrille. Die Gipfel liegen ungeschützt in der Sonne.
- Eine leichte Regenjacke. In den Bergen ändert sich das Wetter schnell.
- Ihr Handy mit Offline-Karte und vollem Akku.
Mit Guide oder auf eigene Faust?
Black River Peak und den größten Teil von Le Pouce schaffen Sie allein, wenn Sie Wandererfahrung haben. Für Le Morne Brabant ist ein Guide eine gute Idee, sowohl wegen des Schlussstücks als auch wegen der Geschichte. Für Pieter Both ist ein Guide mit Kletterausrüstung unverzichtbar. Guides kümmern sich außerdem um die Fahrt zum Ausgangspunkt, der ohne Auto nicht immer leicht zu erreichen ist.
