Die mauritische Küche entsteht, wenn sich indische, kreolische, chinesische und französische Kochkunst zwei Jahrhunderte lang eine kleine Insel teilen. Zum Curry gibt es eine Rougaille aus Tomaten, chinesische Nudeln isst man mit Chilipaste, und ein französisches Baguette wird mit Erbsenkrapfen gefüllt. Das Essen ist würzig, aber selten brennend scharf, großzügig und oft sehr günstig.
Hier sind die Gerichte, die Sie probieren sollten, wo Sie sie bekommen und ein paar Tipps fürs Essengehen.
Gerichte, die Sie probieren sollten
Rougaille
Der kreolische Klassiker: eine Tomatensoße mit Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Thymian und Chili, gekocht mit Würstchen, Salzfisch, Hähnchen oder Meeresfrüchten. Dazu gibt es Reis, Linsen und Chutneys.
Cari (Curry)
Mauritische Currys haben eine eigene Masala-Mischung und werden mit Hähnchen, Fisch, Garnelen, Oktopus oder Gemüse zubereitet. Oktopus-Curry (cari ourite) ist bei Einheimischen besonders beliebt.
Vindaye
Fisch oder Oktopus mit Senfsaat, Kurkuma, Knoblauch und Essig. Säuerlich, goldgelb und oft kalt gegessen.
Briani
Die mauritische Version von Biryani: Reis, geschichtet mit gewürztem Fleisch oder Fisch und Kartoffeln. Das Gericht für Hochzeiten und Sonntagsessen.
Dholl Puri, Farata und Snacks von der Straße
Fladenbrote aus gemahlenen Spalterbsen und weiche Parathas mit Curry-Füllung, dazu Krapfen wie Gato Piment. Siehe unseren Ratgeber zum Streetfood.
Mine Frit und Boulettes
Gebratene Nudeln und gedämpfte Teigtaschen in Brühe aus der sino-mauritischen Küche, überall zu haben, vom Imbisswagen bis zum Restaurant.
Palmherzensalat
Dünn geschnittene Palmherzen, oft „Millionärssalat“ genannt, weil für ihn eine ganze Palme gefällt wird. Sie finden ihn vor allem auf den Speisekarten der Resorts.
Chutneys und Achards
Ohne sie ist kein Essen komplett: Kokos- oder Tomatenchutney (Satini), eingelegtes Gemüse (Achard) und Mazavaroo, eine feurige Chilipaste. Probieren Sie erst ein wenig, bevor Sie nachnehmen.
Wichtige Zutaten
Thymian, Curryblätter, Ingwer, Knoblauch, Kurkuma, Kreuzkümmel und Koriander stecken in fast allem, dazu kleine, scharfe einheimische Chilis. Frischer Fisch, Oktopus und Garnelen spielen eine große Rolle, ebenso Linsen (Dholl) und Gemüse wie Chouchou (Chayote), Brède (Blattgemüse) und Auberginen. Tropische Früchte gibt es überall, siehe unseren Ratgeber zu den tropischen Früchten, die Sie auf Mauritius probieren sollten.
Wo Sie essen können
Streetfood und Märkte
Die günstigste und oft beste Art zu essen. Klassische Orte sind der Zentralmarkt in Port Louis, Rose Hill und die Imbisswagen an den öffentlichen Stränden.
Einheimische Restaurants und Tables d’hôte
Kleine Familienrestaurants servieren Currys, Rougailles, gebratene Nudeln und frischen Fisch zu einem Bruchteil der Resortpreise. Sie finden sie leicht in Grand Baie, Flic en Flac, Mahébourg und den Städten auf dem Zentralplateau. Eine Table d’hôte, ein festes Menü bei einer Familie zu Hause oder auf einem alten Landgut, ist eine schöne Gelegenheit, Hausmannskost zu probieren.
Restaurants mit besonderer Lage
- Le Château de Bel Ombre, Südküste: gehobene Küche in einem restaurierten Kolonialherrenhaus auf dem Gut Bel Ombre.
- Le Chamarel Restaurant, Chamarel: kreolisches Mittagessen mit Panoramablick über die Südwestküste.
- Varangue sur Morne, an der Straße über die Plaine Champagne: mauritische Küche auf einer Veranda mit Blick über die Black River Gorges.
- Le Fangourin, bei L’Aventure du Sucre in Pamplemousses: Mittagessen im Garten, ideal nach dem Zuckermuseum.
- Eureka, Moka: kreolisches Mittagessen in einem Kolonialhaus aus dem 19. Jahrhundert, das zugleich Museum ist.
Öffnungszeiten und Speisekarten ändern sich, prüfen Sie sie also vorher und reservieren Sie am Wochenende und fürs Abendessen.
Was Sie trinken sollten
- Rum: einheimische Rums aus Melasse und Zuckerrohrsaft sowie Rhum arrangé, Rum mit Früchten und Gewürzen. Siehe unseren Ratgeber zum mauritischen Rum.
- Bier: Phoenix ist das einheimische Lager.
- Tee: Mauritier trinken viel davon, oft mit Milch. Vanilletee aus Bois Chéri ist die lokale Spezialität.
- Alouda: ein kaltes, süßes Milchgetränk mit Basilikumsamen und Agar-Gelee.
- Frische Säfte und Kokoswasser: Zuckerrohr, Ananas und in der Saison Litschi.
Desserts
Probieren Sie Gâteau Patate (Gebäck aus Süßkartoffel und Kokos), Napolitaine (Mürbeteiggebäck mit Marmelade und rosa Glasur), Gâteau Coco (Kokoskuchen) und Tapiokapudding. Am häufigsten endet ein Essen aber mit Obst.
Tipps fürs Essengehen
- Mittagessen gibt es meist von 12 bis 14 Uhr, Abendessen ab 19 Uhr. Kleinere Restaurants schließen an ruhigen Abenden manchmal früh.
- Nicht jedes Restaurant schenkt Alkohol aus, vor allem nicht in muslimisch geführten Lokalen. Fragen Sie vorher.
- Dank des indischen Einflusses finden Vegetarier reichlich Auswahl. Halal-Essen ist weit verbreitet.
- Gepflegt-lässige Kleidung passt fast überall. In manchen Resortrestaurants sollen Männer zum Abendessen lange Hosen tragen.
- Für Märkte und kleine Restaurants brauchen Sie Bargeld. Größere Restaurants nehmen Karte.
